Faszien

Als Faszien bezeichnet man das Bindegewebe in unserem Körper. Sie umhüllen alle Organe und Gefäße, Nerven, Muskeln, auch jede einzelne Muskelfaser und bilden so ein dreidimensionales Netz, das unserem Körper Form und Halt gibt.

Lange Zeit galt das Bindegewebe als Füllmaterial und Fettspeicher und wurde oftmals nicht näher beachtet. Im letzten Jahrzehnt jedoch erfuhr die Faszienforschung einen Aufschwung: die Wichtigkeit des Bindegewebes wurde erkannt und die Behandlung von Faszien wurde in den Fokus diverser medizinischer Methoden gestellt.

Abhängig von der jeweiligen Körperstelle und der Funktion sind Faszien hochelastisch und dehnbar oder straff und stützend, fein oder grobmaschig geknüpft. Zellen und Organe werden über das Bindegewebe mit Nahrung, sowie mit Informationen versorgt. Faszien sind jedoch nicht nur ein Absorptionsmedium, sie können Reize auch weitergeben. Fachleute sind sogar zu der Erkenntnis gekommen, dass Faszien als ein hoch komplexes System zu betrachten sind, vielleicht sogar als eigenständiges Organ.

Faszien weisen im Vergleich zu Muskeln weitaus mehr Sensoren und Rezeptoren auf. So ist es wenig verwunderlich, dass der Muskelkater zum Großteil in den Faszien spürbar wird, als wie bisher geglaubt in der Muskulatur. Kommt das Bindegewebe eines Menschen nicht ausreichend zum Einsatz, verfilzt es und verliert seine Elastizität. Die Folge von verklebten Faszien sind Spannungen im Körper, die sich oftmals über weite Körperpartien ziehen und so an ganz anderen Stellen Schmerzen auslösen können.

Schmerzen im Rücken bedeuten nicht zwingend Probleme mit den Bandscheiben. Sie können auch eine Folge von verhärteten Faszien sein, die in Rolfing Sitzungen manuell behandelt werden können. Doch nicht nur Rückenschmerzen stehen häufig in Verbindung mit unserem Bindegewebe, auch Nackenschmerzen, chronische Schmerzen, sowie Verspannungen finden darin ihren Ursprung.